Wieso Fünfzig-Stunden-Wochen nutzlos sind

Für viele gilt immer noch, wer so um die 45 bis 50 Stunden pro Woche arbeitet, gilt als fleissig und wird als einsatzfreudiger, engagierter Mitarbeiter betrachtet. Und weiter gilt, wer die Karriereleiter hochkommen will, kommt nicht um lange Arbeitswochen herum.

Nur, diese vermeintliche Weisheit ist ziemlich falsch!

Gemäss mehreren Studien erhält man auf die Dauer aus einem 10-Stunden Tag nicht mehr Ertrag als aus einem 8 Stunden Tag. Regelmässige Überzeit macht Sie also unproduktiv und sehr, sehr müde…

Zudem: regelmässig lange Arbeitszeiten sind nicht nur nutzlos, sondern gefährden auch die Gesundheit.

Klar ist Überzeit manchmal nötig. Zum Beispiel, um die Deadline für ein Projekt einzuhalten. Aber auch hier: meinen Sie ja nicht, dass Sie die Produktivität um 50% steigern, wenn sie Ihre Arbeitszeit oder jene des Teams von 40 auf 60 Stunden pro Woche erhöhen. Der Output wird zwischen 20% und 30% liegen, wenn Sie 50% mehr Zeit investieren. Notabene teure Zeit, wenn Sie bedenken, dass diese Zeit eventuell höher entlohnt werden muss.

Die klare Botschaft dieser Tatsachen wäre also, regelmässige Arbeitszeiten von maximal 9 Stunden und Überzeit im Notfall für wichtige Aufgaben oder Projekte, für die es sich lohnt die Extrameile zu gehen.

Doch wir leben in einer kompetitiven Welt und da meinen viele, sie müssten sich mit Überzeit und «Präsenz markieren» einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Also ja nicht vor dem Kollegen oder dem Mitarbeiter das Büro verlassen, denn wir wollen zeigen, dass wir wichtig sind. Und am nächsten Tag können wir lamentieren, dass wir wegen des Projekts nur 5 Stunden geschlafen hätten.

Leider wieder ziemlich falsch!

Denn als Chef ist mir jener Mitarbeiter lieber, der seine Ziele erfüllt, seine Projekte im Griff hat und dessen Zahlen Ende Monat stimmen. Dann kann dieser Mitarbeiter auch am Freitagnachmittag mit seinen Kindern schwimmen gehen.

Da kommt mir noch diese Geschichte aus meiner Lehrzeit in den Sinn: Herr Stettler war ein fleissiger Mann. Jeden Tag arbeitete er bis 18 Uhr. Dann packte er seine Ledermappe voll mit Akten, die er zu Hause weiter bearbeitete. Alle schätzten Herrn Stettler. Doch erstens wurde er in seinen 35 Dienstjahren nicht weiter als bis zum Teamleader befördert und zweitens verstarb er vor seiner Pensionierung an einem Herzinfarkt.

 

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